Montag, 23. November 2009

Leiden

Psalm 69
1 Dem Chorleiter. Nach Schoschannim. Von David.
2 Rette mich, Gott, denn Wasser ist bis an die Seele gekommen.
3 Ich bin versunken in tiefen Schlamm, und kein fester Grund ist da; in Wassertiefen bin ich gekommen, und die Flut schwemmt mich fort.
4 Ich bin müde von meinem Rufen, entzündet ist meine Kehle; meine Augen vergehen vom Harren auf meinen Gott.
5 Mehr als die Haare meines Hauptes sind die, die mich ohne Ursache hassen; mächtig sind, die mich vernichten wollen, meine Feinde sind sie ohne Grund; was ich nicht geraubt habe, das soll ich dann erstatten.
6 Du, Gott, hast meine Torheit erkannt, und meine Verschuldungen sind dir nicht verborgen.
7 Lass nicht durch mich beschämt werden, die auf dich hoffen, Herr, HERR der Heerscharen! Lass nicht an mir zuschanden werden, die dich suchen, Gott Israels!
8 Denn deinetwegen trage ich Hohn, hat Schande bedeckt mein Gesicht.
9 Entfremdet bin ich meinen Brüdern und ein Fremder geworden den Söhnen meiner Mutter.
10 Denn der Eifer um dein Haus hat mich verzehrt, und die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.
11Als ich weinte und meine Seele fastete, da wurde es mir zu Schmähungen. 12 Als ich mich in Sacktuch kleidete, da wurde ich ihnen zum Sprichwort.
13 Die im Tore sitzen, reden über mich, und auch die Spottlieder der Zecher.
14 Ich aber richte mein Gebet an dich, HERR, zur Zeit des Wohlgefallens. Gott, nach der Größe deiner Gnade, erhöre mich durch die Treue deiner Hilfe!
15 Ziehe mich heraus aus dem Schlamm, dass ich nicht versinke! Lass mich gerettet werden von denen, die mich hassen, und aus den Wassertiefen!
16 Lass die Flut des Wassers mich nicht fortschwemmen und die Tiefe mich nicht verschlingen; und lass die Grube ihren Mund nicht über mir verschließen! 17 Erhöre mich, HERR, denn gut ist deine Gnade; wende dich zu mir nach der Größe deiner Erbarmungen!
18 Und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knecht, denn ich bin bedrängt; erhöre mich eilends!
19 Nahe dich meiner Seele, erlöse sie; erlöse mich wegen meiner Feinde!
20 Du, du hast meine Schmähung erkannt und meine Schmach und meine Schande; vor dir sind alle meine Bedränger.
21 Der Hohn hat mein Herz gebrochen, und es ist unheilbar; und ich habe auf Mitleid gewartet - aber da war keins; und auf Tröster, aber ich habe keine gefunden.
22 Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig.
23 Es werde ihr Tisch vor ihnen zur Falle, und den Sorglosen zum Fallstrick!
24 Lass dunkel werden ihre Augen, dass sie nicht sehen; und lass beständig ihre Hüften wanken!
25 Schütte über sie aus deine Verwünschung, und deines Zornes Glut soll sie erreichen!
26 Verödet sei ihr Lagerplatz, in ihren Zelten sei kein Bewohner!
27 Denn den du geschlagen hast, haben sie verfolgt, und vom Schmerz deiner Verwundeten erzählen sie.
28 Füge Schuld zu ihrer Schuld, und lass sie nicht hineinkommen in deine Gerechtigkeit!
29 Sie sollen ausgelöscht werden aus dem Buch des Lebens und nicht eingeschrieben werden mit den Gerechten!
30 Ich aber bin elend, und mir ist wehe; deine Rettung, Gott, bringe mich in Sicherheit!
31 Loben will ich den Namen Gottes im Lied und ihn erheben mit Dank.
32 Denn es wird dem HERRN wohlgefälliger sein als ein Stier, ein Opferstier mit Hörnern und gespaltenen Hufen.
33 Die Sanftmütigen haben es gesehen, sie werden sich freuen; die ihr Gott sucht, euer Herz soll leben!
34 Denn der HERR hört auf die Armen, und seine Gefangenen verachtet er nicht.
35 Ihn sollen loben Himmel und Erde, die Meere, und alles, was in ihnen wimmelt!
36 Denn Gott wird Zion retten und die Städte Judas bauen; und sie werden dort wohnen und es besitzen.
37 Die Nachkommen seiner Knechte werden es erben; und die seinen Namen lieben, werden darin wohnen


Laut dem Scofield Kommentar ist dies ein Prophetischer Psalm, der den leidenden Messias beschreibt,Ich habe diese Stelle dazu gefunden:
"Und sie gaben mir zur Speise Gift, und in meinem Durst tränkten sie mich mit Essig."
Mk15,36: "Einer aber lief, füllte einen Schwamm mit Essig, steckte ihn auf ein Rohr, gab ihm zutrinken"Sie haben Jesus als er am Kreuz hing, Myrrhe angeboten, das dürfte nicht so gesund sein. (Sie gaben mir zur Speise Gift)

Mir geht’s hier eher ums Leiden und wie ich damit umgehe:

Der Autor sucht Gott und leidet dabei. Er schreibt das die Menschen ihn hassen, weil er Gott sucht. Er beschreibt, wie man ihn Verleumdet. (V5 "...was ich nicht geraubt habe, das soll ich dann erstatten.") er befindet sich in einer Situation, die du und ich wahrscheinlich noch nie in dieser Härte durchgemacht haben.
Sein Leid ist (meistens) im Gegensatz zu unserem Leiden nicht selbst verschuldet.
Er leidet nicht wegen seinen Fehlern sondern weil er Gott sucht. (V4 Ich bin müde von meinem Rufen, entzündet ist meine Kehle; meine Augen vergehen vom Harren auf meinen Gott. )
Er hat das Gefühl, "seelisch zu ertrinken".
Er ist gesundheitlich angeschlagen.
Er wird belacht, fühlt sich "schändlich".
Seine leiblichen Brüder haben sich von ihm abgewandt.
Die Leute reden über ihn und nutzen in als Vergleich oder Synonym für Elend und Fluch.
Sein Herz ist mittlerweile unheilbar verletzt! (V21)
Der Prediger schreibt, das wir hier auf der Erde vieles Leid ertragen müssen. Das das Leben "unter dem Himmel" keinen Sinn macht. (Prediger 1,13 Und ich richtete mein Herz darauf, in Weisheit alles zu erforschen und zu erkunden, was unter dem Himmel getan wird. Ein übles Geschäft hat Gott da den Menschenkindern gegeben, sich darin abzumühen.")
David (der Autor) Beschreibt seine Situation sogar so, das er am Abgrund steht. Das, wenn es so weitergeht, er wahrscheinlich sterben wird. (V15 u.16)

Warum hält der Autor trotzdem an seinen Gottesglauben fest? Was macht das denn für einen Unterschied, Gott befreit ja offensichtlich nicht vom Leid? Er Leidet ja sogar wegen seinem Glauben!



Ich frage mich deshalb:

- Warum folge ich Gott nach? Erhoffe ich mir ein besseres Leben "unter dem Himmel"?
Ja manchmal tue ich das tatsächlich. Ich erhoffe mir "Erfüllung" und "werbe" sogar manchmal damit für meinen Glauben. Die Bibel verspricht es allerdings an keiner Stelle!
- Warum dann noch Glauben?
Ein Missionar, der die Bibel in eine Stammessprache übersetzen wollte, fand kein Wort für "Glaube" in derselbigen Mundart. Bis ein Angehöriger dieses Stammes ihm sagte, er habe die Fähigkeit "hinter den Horizont" zu blicken.

Der Prediger redet bis fast zum Ende der Buches von dem, was "Unter dem Himmel" passiert. Aber es gibt noch ein darüber: (Hebräer 11,1 Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht.)

Ich habe erfahren, das es eine geistliche Realität gibt die viel realer ist, als unsere sichtbare Welt.
Wenn man den Psalm weiterliest, findet man die Gründe dafür, warum David noch an Gott festhält:
Er hält sich an der Tatsache fest, das Gott ihn und seine Situation ganz genau kennt! ->Das hat mir schon sehr häufig geholfen: Einfach die Gewissheit zu haben: GOTT kennt MICH. Er weiß, was ich durchmache!(V6,)
Er weiß, das Gott ihn retten wird (V14, 34)(1.Petrus 3,14 Aber wenn ihr auch leiden solltet um der Gerechtigkeit willen, glückselig seid ihr! ..)
Er weiß, das Gott ihn rächen wird! Die Gerechtigkeit wird eines Tages Siegen. Gott ist übrigens nicht nur der liebe "the Shack"Gott, sondern auch ein Heiliger und Zorniger Gott. (Hierzu gibt es eine Gute Predigt aus der CityChapel von letztem Sonntag
Er weiß, das es mehr gibt als nur dieses Leben. (V36,37)


Aus welchem Grund leide ich gerade? Ist es weil ich Ihm nachfolge oder weil mir etwas anderes (Familie, Freundschaft, Besitz, ...) so wichtig ist das der Verlust mich in die Depression reist?

Dann lieber für Jesus leiden.

1 Kommentare:

Timisi hat gesagt…

das habe ich vor einiger Zeit geschrieben. Vielleicht ein bisschen blauäugig. Aber ich wills trotzdem mit euch teilen.